Human Cloud

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Dejan hat bei freiburg_gestalten eine Session zur Human Cloud angeboten. Bei Human Clouds werden Arbeitsschritte und Aufgaben sehr stark heruntergebrochen und können dann „von überall aus“, dezentral abgearbeitet werden. In China gehen die Menschen relativ grundsätzlich anders an Dinge heran. Sie betrachten das Internet weniger als „Ergänzung zur realen Welt“ denn als Teil derselben. Dinge werden weniger erfunden, um Geld zu verdienen als um Probleme zu lösen. Geld wird dann eher Mittel zum Zweck. Dejan fragte sich vor diesem Hintergrund: Wie kann man diese Kultur auch vor Ort etablieren, also das „Probeme lösen“ in den Vordergrund stellen?

In anderen Worten also nicht nur

„think global -> act local“

Auch anders herum:

„think local -> act global“

Schließlich geht es um Wechselwirkung.

Dejan berichtete, dass es so etwas bereits in klein in Freiburg gibt: israelische Startups würden gerne in Freiburg aktiv werden. Es werden Teams aus je zwei Leuten aus Freiburg und Tel-Aviv gebildet. Das funktioniert wohl auch schon recht gut.

In Deutschland ist jedoch ein ein generelles Problem, dass es kein Venture-Kapital gibt. Könnte man das lokal ändern, durch Föderung für Transformationsprozesse? Könnte man da an Stiftungen heran gehen? Bei letzteren ist das Problem in Freiburg, dass die Stiftungen eher klein sind. Es gibt einen regionalen Stiftungsverbund, worin sind ca. 12 Stiftungen organisiert sind. In Lörrach gibt es z.B. die Schöpflin-Stiftung, die in dem Bereich relativ aktiv ist. Ein guter Ausganspunkt für die Suche von Stiftungen wäre auch der Freiburger Stiftertag. Dort werden im wesentlichen Einzelprojekte vorgestellt, danach findet Netzwerken statt. Die Anwenden waren sich einig, dass es sicherlich Sinn macht, da mal hin zu schauen, denn da sind wenigstens mal alle da. Ist vielleicht sogar eine Bürger*innenstiftung eine Idee für Freiburg? Auch in Richtung Freiburger Firmen wurde überlegt. Diese sind jedoch ebenfalls größtenteils eher klein.

Generell wurde auf einere weitere Schwierigkeit verwiesen: In Deutschland gibt es kaum eine „Kultur des Scheiterns“.

Es gibt in der Tat auch in der Verwaltung Ideen, Abteilungen als oder an Ausgründungen auszulagern, aber das ist sehr bürokratisch und schwierig. Da bräuchte man vielleicht eine Abteilung in der Stadtverwaltung, die sich darum kümmert, die dann auch von der Verwaltung breit unterstützt wird.

Ein Schritt weiter

Gehen wir einen Schritt weiter: Welche Dinge müsste man eigentlich finanzieren?

Man müsste nicht nur Geld haben, man braucht insbesondere auch die Leute! Wie kriegt man die nach Freiburg? Die Stadt scheint z.B. für Entwickler*innen nicht besonders attraktiv zu sein. Es gibt ebenfalls einen großen Mangel an Büroräumen und digitaler Infrastruktur. In Freiburg bräuchte es letztlich Orte, an denen Leute zusammen kommen können, um an Ideen zu arbeiten und auch zu spinnen – „dritte Orte“ des
Zusammenkommens, dezentral in der Stadt verteilt. Da könnte man ausprobieren, Prototypen bauen, testen: was funktioniert, was nicht?


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